Firewall
Firewall
| Auftragnehmer | Humboldt-Universität zu Berlin
ZE Rechenzentrum |
| Kennzeichen | TK 598-SD027 |
| Kurzbezeichnung | Firewall |
| Laufzeit des Vorhabens | 25.08.97 - 31.08.99 |
| Berichtszeitraum | 25.08.97 - 31.01.98 |
| Projektleitung | Dr. P. Schirmbacher |
| Fachliche Betreuung | D. Natusch |
| Projektdurchführung | A. Geschonneck |
| R. Herbst |
Allgemeines
- AP 1 Grundschutzkonzept und Risikoanalyse
- AP 2 Netzstrukturierung
- AP 3 Firewall
- AP 4 Kommunikationswege unter Umgehung des Firewall-Systems
- AP 5 Verschlüsselung und Signatur
Anlagen:
Policy der Certification Authority der Humboldt-Universität HU-CA
Gliederung des Sicherheitskonzeptes der Verwaltung
Allgemeines
Der erste Zwischenbericht soll vor allem dazu dienen,
den erreichten Stand der einzelnen Arbeitsetappen zu dokumentieren
und auf Probleme bzw. Veränderungen in Projektinhalt und
-zeitplan aufmerksam zu machen.
Um vorab ein erstes Fazit zu ziehen: Das Projektthema
ist aktueller und brennt den Universitätsverwaltungen stärker
,,unter den Nägeln", als zum Zeitpunkt des Projektantrages
absehbar war. Es war ursprünglich geplant, die im Projektantrag
genannten Teilthemen
- Grundschutzkonzept und Risikoanalyse
- Netzstrukturierung
- Firewall
- Kommunikationswege unter Umgehung des Firewall-Systems
- Verschlüsselung und Signatur
zeitlich nacheinander und unter Beachtung der Ergebnisse
der vorhergehenden Etappe zu bearbeiten. Das hätte z.B. bedeutet,
daß das Teilthema ,,Verschlüsselung und Signatur"
erst Anfang 1999 bearbeitet worden wäre. In Abstimmung mit
dem DFN-Verein haben wir beschlossen, einzelne, für die Universität
besonders dringlich zu lösenden Aufgaben aus dem Zeitplan
herauszulösen und sofort mit der Bearbeitung zu beginnen.
Diese Aufgaben sind:
- Aufbau einer gesicherten/verschlüsselten Verbindung zwischen einem PC im Universitätsnetz und dem Personalsystem,
- Aufbau und Betrieb einer Zertifizierungsinstanz zur Beglaubigung von PGP und SSL-Schlüsseln an der Humboldt-Universität (HU-CA),
- Sichere Windows95-Installation im Verwaltungsnetz
Im folgenden geht es um eine Kurzinformation zum
Stand der Arbeiten. Auf die Darstellung von Einzelheiten wird
verzichtet bzw. sie sind in den Anlagen beschrieben.
Arbeitspaket 1: Grundschutzkonzept und Risikoanalyse
Zielstellung
- Aufbau eines Grundschutzkonzepts Verwaltungsnetz, wodurch ein Mindeststandard definiert wird, der bereits die Verarbeitung personenbezogener Daten im Netz gestattet. Dieser Standard kann im Einzelfall bei der Verarbeitung sensibler Personendaten erweitert werden.
Ergebnisse
Die Arbeiten am Arbeitspaket 1 wurden vorläufig
abgeschlossen, folgende Ergebnisse liegen vor:
- Durchführung einer Risikoanalyse unter Verwendung des methodischen Instrumentariums des BSI-Sicherheitshandbuches.
- Erarbeitung einer Rahmengliederung für ein "Sicherheitskonzept Verwaltungsnetz" nach der bereits in Teilen verfahren wird.
Es ist beabsichtigt, einzelne Themen des Arbeitspaketes
zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufzugreifen. Vorerst
liegen die Prioritäten der Projektarbeit auf den dringend
zu lösenden Teilaufgaben in den Arbeitspakten 3 bis 5.
Das Instrumentarium des BSI-Sicherheitshandbuches
(Version 1.0, Ausgabe 1992) erweist sich als bedingt brauchbar,
ein IT-Sicherheitskonzept für eine bestehende IT-Landschaft
zu formulieren. Mit den im IT-Sicherheitshandbuch beschriebenen
IT-Systemen und Anwendungen ist eine Beschreibung eines modernen
heterogenen Netzwerkes mit Client-Server-Anwendungen schwer durchführbar
( ... betrachtet wird ein PC, der keine Verbindung zum Netzwerk
besitzt).
Es kann bestenfalls zur Unterstützung bei der
Erstellung des Konzeptes dienen. Insbesondere erweist es sich
als schwierig, die möglichen Schadenshöhen bei den verschiedenen
Schadensursachen sinnvoll zu bewerten.
Das IT Grundschutzhandbuch liegt in einer Version
von 1997 vor und beinhaltet bereits einen großen Teil der
Neuerungen in der IT-Landschaft.
Eine Forderung des IT-Sicherheitshandbuches bestimmt die Fortschreibung des IT-Konzeptes. Es kommt darauf an, zu jedem Zeitpunkt eine Analyse der vorhandenen Sicherheitssysteme in der IT-Landschaft vornehmen zu können. Dies ist mit vertretbarem Aufwand nur dann zu erreichen, wenn das IT-Konzept als Report einer Datenbank über die IT-Systeme und Schutzmaßnahmen verstanden wird (Database-Publishing). Ein solcher Ansatz ist in einer mit Java-Frontend ausgestattenen Datenbank-Applikation mit HTML-Output von der Fa. Ploenzke-Informatik im Auftrag des BSI
verwirklicht worden. Der Einsatz dieser Software
im RZ wird getestet.
Arbeitspaket 2: Netzstrukturierung
Zielstellung
- Ausgehend von der Beschreibung des Vernetzungskonzepts werden die Sicherheitsrisiken herausgearbeitet und Vorschläge zur Verbesserung des Vernetzungskonzepts unter Sicherheitsaspekten gemacht
Aktivitäten
- Überarbeitung des Netzwerk-Dokumentation des Verwaltungsnetzes der Universität
- Überarbeitung von Filterregeln der eingesetzten Netzwerktechnik
- Erarbeitung des Vernetzungskonzeptes der Verwaltung der Universität
- Erarbeitung eines Lösungskonzeptes zum sicheren Betrieb von Windows95 - PC im Verwaltungsnetz
Ergebnisse
Die Überarbeitung der Netzwerkdokumentation
ist zu großen Teilen abgeschlossen (Jan 1998).
Es wurde eine Datenbanklösung geschaffen, die
es ermöglicht, die für den Netzbetrieb notwendigen Nutzerdaten
über einen SSL-fähigen WWW-Browser abzufragen (Okt 1997).
Aufgrund der Plattformunabhängigkeit wird die Netzwerkbetreuung
wesentlich unterstützt.
Mittels der Netzwerk-Management-Software Spectrum
wurde die Performance der aktiven Komponenten des Verwaltungsnetzes
analysiert. Temporär auftretende Instabilitäten des
Netzes konnten auf die zentrale Bridge innerhalb des Verwaltungsnetzes
zurückgeführt werden. Im Ergebnis der Untersuchungen
erfolgte der Austausch dieser Komponente durch eine Bridge höherer
Leistungsfähigkeit (Okt 1997).
Eine weitere Erhöhung der Netzwerksicherheit
konnte durch den Einsatz von Switch-Technik im Verwaltungs-LAN
erreicht werden (Dez 1997). Dies dient der Vorbereitung der Migration
zu VLANS in der näheren Zukunft.
Arbeitspaket 3: Firewall
Zielstellung
- Schutz des internen Netzes gegen Angriffe von außen
- einziger Übergang zwischen dem sicheren Netzbereich der Zentralen Universitätsverwaltung (ZUV) und dem externen unsicheren Netzbereich
- Schutz der übertragenen Daten gegen Angriffe auf deren Vertraulichkeit und Integrität
Aktivitäten
- Erhöhung der Ausfallsicherheit des Firewall-Systems unter Last
- Erprobung von Java-, JavaScript- und ActiveX-Filtern
- Installation mehrerer Möglichkeiten der Nutzer-Authentisierung auf dem Firewall-System
- Installation der automatischen Auswertung registrierter Penetrationsversuche
Ergebnisse
Es konnte eine Erhöhung der Ausfallsicherheit des bestehenden Firewall-Systems unter Lastbedingungen erzielt werden.
Durch die Integration verschiedener Gateways in das
System ist es gelungen, zusätzliche Internet-Dienste für
die Nutzer verfügbar zu machen (z.B. pop3, SQL, telnet).
Im Zuge der Erhöhung der Netzwerksicherheit
erfolgte die Umstellung des Verwaltungsnetzes auf eine aktuelle
und somit sicherere Browser-Version.
Erste Sondierungsgespräche mit Anbietern von
Firewall-Systemen haben stattgefunden und es wurden Teststellungen
vereinbart.
Ein noch nicht gelöstes Problem stellt die Einbindung
der Dienste des Banyan Vines-Netzes in das Firewall-Konzept dar.
Zwischen internem Verwaltungsnetz und dem außerhalb der
Firewall liegendem Universitätsnetz erfolgt die Kommunikation
über Banyan Vines-IP, einem Non-TCP/IP-Protokoll, welches
mit dem gegenwärtigen Firewall-Konzept noch nicht zu beherrschen
ist. Zukünftige Versionen von Banyan Vines werden jedoch
Produkt-Ankündigungen zufolge auf TCP/IP beruhen und somit
in das Firewall-Konzept mit einbezogen werden können.
Ein weiteres Problem stellt die Möglichkeit
dar, SMTP-Mail auszutauschen. Es exististiert ein Vines-to-SMTP
Mailgateway, welches sich im äußeren Netzwerk befindet
und somit mit den bekannten Sicherheitsrisiken behaftet ist.
Arbeitspaket 4: Kommunikationswege unter Umgehung des
Firewall-Systems
Zielstellung
- Entwicklung eines Sicherungs- und Archivierungskonzepts für die Unix-Server der Studien-, Personal- und Haushaltsabteilung auf Basis von UniTree und Convex-Robotersystem (im RZ vorhanden bzw. mit RZ-Mitteln erweiterbar). Es ist noch zu entscheiden, ob dedizierte Netzverbindungen zum RZ (außerhalb der Firewall) oder vorhandene Verbindungen (über die Firewall) genutzt werden
- Recherche nach Hard- und Software, mit der unerlaubte FAX-Anschlüsse im Verwaltungsnetz detektiert werden können.
Ergebnisse
Es fanden erste Informationsgespräche über
ein Backup-Konzept statt. Ergebnisse liegen noch nicht vor.
Arbeitspaket 5: Verschlüsselung und Signatur
Zielstellung
- Mit zunehmender Vernetzung wird die sichere Übermittlung von Daten immer bedeutsamer. Durch den Einsatz suffizienter Verschlüsselung soll die Sicherheit, Integrität und Unfälschbarkeit der transportierten Daten gewährleistet werden
- Aufbau einer HU-internen Zertifizierungshierarchie in enger Abstimmung mit dem DFN-Projekt "Policy Certification Authority" (PCA)
Aktivitäten
- Ausrüsten der durch die Teilnehmer des ZUV-Netzes benutzten externen Unix-Server mit SSH und Organisation einer Key- und Zertifikatsverwaltung
- Aufbau eines ACE-Servers zur sicheren Authentisierung
Ergebnisse
Es wurden die Voraussetzungen für den Betrieb einer Zertifizierungsinstanz geschaffen. Es enstand eine Policy.
Der Inhalt dieser Policy wurde innerhalb des RZ, mit dem Datenschutzbeauftragten der HU und ähnlich gearteten DFN-Projekten (DFN-PCA, Ambix) abgestimmt.
Der interne Testbetrieb der HU-CA und der RZ-DCA wurde im Dez 1997 begonnen.
Eine aus den Mitteln des DFN beschaffte Sun-Workstation
dient u.a. als WWW-Server der CA der HU (HU-CA) und der DCA des
Rechenzentrums (RZ-DCA) der Humboldt-Universität.
Anfang Februar wurden unsere Ergebnisse und Erfahrungen
auf einem Arbeitstreffen der Zertifizierungsinstanzen in Jena
vorgstellt und mit den Teilnehmern diskutiert.
Dezentralisierungstendenzen innerhalb der Verwaltung
der Universität machen es erforderlich, einen Zugang zu den
zentralen Servern durch einen unsicheren Bereich hindurch zu ermöglichen.
Es ist beabsichtigt, die Übertragung sensibler Daten über
solche unsicheren Kanäle zu verschlüsseln. Zur Verschlüsselung
wird SSH benutzt. Schwierigkeiten bei der Tastaturanpassung für
die eingesetzten Applikationen machten es erforderlich, auf das
kommerzielle Produkt F-Secure SSH der ansonsten frei erhältlichen
Software zurückzugreifen.
An die Projektgruppe wurde der Wunsch herangetragen, eine authentisierte und verschlüsselte Verbindung zwischen einem im Außennetz stehenden dezentalen PC und den UNIX-Servern im sicheren Bereich hinter der Firewall zu ermöglichen. Nach Abstimmung mit dem DFN-Verein wurde für März 1998 eine diesbezügliche technische Lösung zugesagt. Aus Haushaltsmitteln wurde hierfür eine Sun-Workstation beschafft, auf der ein ACE-Server von Security Dynamics installiert ist. Dieser Server authentisiert externe Nutzer auf Basis von zeitabhängigen Einmal-Paßwörtern.
