Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼
Startseite der Einrichtung
Abb.: Andreas Vollmer

Humboldt-Universität zu Berlin - E-Assessment

Auswahl der Prüfungsform

Viele der traditionellen Prüfungsformen können mithilfe von elektronischer Informations- und Kommunikationstechnologien auch als E-Assessment bzw. E-Prüfungen durchgeführt werden. Allerdings ändern sich dann meist die didaktischen, organisatorischen, rechtlichen und technischen Anforderungen an die Prüfungsform.

An der HU zugelassene Prüfungsformen

In § 96 ZSP-HU (Fächerübergreifende Satzung zur Regelung von Zulassung, Studium und Prüfung, 8. Änderung, Stand 19.5.2020) werden für die Modulabschlussprüfungen (MAP) als Rahmenvorgabe für alle Fakultäten die folgenden Prüfungsformen genannt (nach Medium sortiert):

Schriftliche Prüfungsformen (in Präsenz und / oder Distanz)

  • Klausuren (als Closed- oder Open-Book-Verfahren bzw. Take-Home-Examen)
  • Hausarbeiten (z.B. Seminararbeiten, Term Paper),
  • Portfolios (z.B. als Aufgabe in Moodle mit dem (multimedialen) E-Portfoliosystem Mahara gekoppelt),
  • Essays (als Closed- oder Open-Book-Verfahren bzw. Take-Home-Examen),
  • elektronische Klausur (~ schriftliche Aufsichtsarbeit in Präsenz, z.B. am PC-Pool im Grimmzentrum),
  • Antwort-Wahl-Verfahren (als Closed- oder Open-Book-Verfahren)

 

Schriftliche und mündliche Prüfungsform (in Präsenz und / oder Distanz)

  • multimediale Prüfungen (z.B. (interaktive) Präsentationen, Erklärvideos)

 

Mündliche Prüfungsform (in Präsenz und / oder Distanz)

  • mündliche Prüfungen (z.B. in Sprachkursen oder in der Rehabilitationswissenschaft)

 

Praxisbezogene Prüfungsform (in Präsenz)

  • praktische Prüfungen (z.B. Sport- oder Laborprüfungen)

In den einzelnen Prüfungsordnungen können diese Prüfungsformen für die Institute und Fakultäten konkretisiert werden, so dass weitere Prüfungsformen wie bspw. Referat (z.B. Thaer-Institut), mündliche Gruppenprüfung (z.B. Physik), Lehreinheitsprüfung (z.B. Juristische Fakultät), Poster (z.B. Rehabilitationswissenschaften) oder Take-Home-Exam (z.B. Nordeuropa-Institut) hinzukommen können. Darüber hinaus besteht im Allgemeinen die Option, beim zuständigen Prüfungsausschuss eine (begründete) Änderung der für eine MAP vorgesehenen Prüfungsform zu beantragen.

 

Besonderheiten bei der Durchführung als E-Prüfung

Die genannten Prüfungsformen können überwiegend auch elektronisch, d.h. als E-Prüfungen umgesetzt werden, doch die Rahmenbedingungen gestalten sich anders:

So kann eine Klausur digital zur Verfügung gestellt (z.B. Open-Book-Prüfung) oder sogar digital bearbeitet (z.B. Antwort-Wahl-Verfahren) werden. Außerdem können Klausuren zeitlich versetzt durchgeführt werden, wenn es nicht mehr nur eine mögliche Gesamtklausur, sondern aufgrund eines Aufgabenpools ggf. viele unterschiedliche Klausuren gibt.

Elektronische Distanzprüfungen werfen aber auch Fragen nach der einwandfreien Identitätsfeststellung und der Vorbeugung von Täuschungsversuchen oder der langfristig sicheren Speicherung aller Prüfungsdaten und einer datenschutzkonformen Prüfungseinsichtnahme auf.

Wichtig: Grundsätzlich gilt für die HU Berlin, dass schriftliche bzw- materialgestützte E-Prüfungen über das Moodle-System (Prüfungskurse) abgewickelt werden, um eine einheitliche und sichere Archivierung der digitalen Prüfungsleistungen zu ermöglichen.

 

Unterschiedliche Auswertungsarten von E-Prüfungen

Im Gegensatz zu "Papier und Stift"-Prüfungen, die alle von Hand begutachtet werden müssen, kann die elektronische Prüfungsform "Antwort-Wahl-Verfahren" auch automatisch ausgewertet werden (= Zeitersparnis bei der Auswertung). Hierfür gelten separate Vorgaben (vgl. § 96c ZSP-HU, 8. Änderung), z.B. dass die Aufgaben von zwei Prüfenden zu stellen sind, da minimale Eingabefehler zu erheblichen Folgen führen könnten (Bewertungsfehler und dadurch Nicht-Bestehen einer Prüfung). 

Dieses Verfahren lässt sich mit anderen Prüfungsformen kombinieren, so dass ein Mischverfahren aus automatischer und händischer Auswertung entsteht (semi-automatisch). Das ist insofern interessant, weil besondere Regelungen zum Antwort-Wahl-Verfahren eine absolute und eine relative Bestehensgrenze vorsehen, die allerdings dann nicht mehr gelten, wenn der Anteil des Antwort-Wahl-Verfahrens 25% des Gesamtumfanges der Klausur nicht übersteigt (§ 96c (6) ZSP-HU, 8. Änderung).

Sobald auf jede Form einer automatischen Auswertung verzichtet wird, z.B. bei zusammenhängenden Textantworten (Essays etc.), muss die Auswertung von Hand (nicht-automatisch) erfolgen. Dennoch kann es sinnvoll sein, die Prüfung elektronisch abzuwickeln, um sich bspw. das Entziffern von Handschriften zu ersparen.

 

Minimale technische Voraussetzungen bei E-Prüfungen

E-Prüfungen setzen voraus, dass Server (HU), Client-Systeme (Studierende und/oder HU) und Netzwerktechnik (Studierende und HU) funktionieren. Der CMS stellt allen Angehörigen der Humboldt-Universität die für digitale Lehre und elektronisches Prüfen notwendige Software zur Verfügung, nachdem sie das gesetzlich vorgeschriebene Genehmigungsverfahren sowie eine Datenschutzprüfung durchlaufen hat (ZSP-HU § 107a, 4). I.d.R. handelt es sich um Softwarelösungen, die betriebssystemunabhängig und mit verschiedenen Konfigurationen (z.B. Browser) weitgehend problemlos laufen. Doch gerade eher ausgefallene Systemeinstellungen und / oder sehr alte Hardwarelösungen seitens der Prüflinge könnten für Beeinträchtigungen im Funktionsumfang verantwortlich sein. Daher ist es essentiell, bereits im Kontext der Entscheidung für eine Prüfungsform die notwendigen Minimalvoraussetzungen mitzudenken, z.B. Smartphone mit der Moodle-App. Ebenso sollte ein technischer Probelauf zur Prüfungsvorbereitung gehören, in dem die Bedienung der Software, die Art der Prüfungsdurchführung (z.B. Upload von Dateien in einem bestimmten Format) und ggf. notwendige Hardware (z.B. Mikro) ausprobiert werden können.