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Abb.: Andreas Vollmer

Humboldt-Universität zu Berlin - E-Assessment

Prüfungsdurchführung

Bei der Prüfungsdurchführung ist neben der eigentlichen Prüfungszeit vor allem ausreichend Zeit zur Vorbereitung einzuplanen. Ähnlich wie bei Präsenzprüfungen kann die Identitätskontrolle der Prüflinge einige Zeit beanspruchen. Erschwerend bei E-Prüfungen kommt hinzu, dass die Technik während der gesamten Prüfungszeit einwandfrei funktionieren muss, damit die Prüfung überhaupt erfolgreich durchgeführt werden kann.

Vorbereitungsphase

Unmittelbar vor der Prüfung sollte zunächst die Technik (z.B. die Videokonferenzsoftware) korrekt eingerichtet werden, damit sowohl die Identitätskontrolle wie auch die eigentliche Prüfung datenschutzfreundlich durchgeführt werden kann.

Falls der Ablauf der Prüfung nicht bereits im Vorfeld, z.B. durch Informationen im Prüfungskurs, allen Prüflingen bekannt gegeben wurde, können letzte "Arbeitsanweisungen" im Warteraum (ohne Kamera) und im Chat gegeben werden. Im Anschluss (oder während der Prüfung) ist die Identität der Prüflinge festzustellen. Erst nach dieser Identitätskontrolle (minimal über den HU-Account, falls kein Kameraeinsatz) erhalten die Studierenden die Fragen bzw. Erklärungen zu Gesundheit, Selbständigkeit, Täuschung und Hilfsmitteln. Nur wenn sie alle Items bejahen, wird ihnen die eigentliche Prüfung freigeschaltet.

Achtung: Je nach Größe der Kohorte ist für die Identitätskontrolle entsprechend viel Zeit einzuplanen. Für einen zuverlässigen Richtwert sollten Prüfer und Prüferinnen diesen Vorgang vorher einmal ausprobiert haben.

Zusammenfassung: Die Prüfung unmittelbar vorbereiten

Schritt 1: Technik einstellen - Prüfungskurs bzw. Prüfungsabschnitte auf sichtbar schalten, Zoom-Meeting aufmachen, Warteraum und Breakout Sessions einrichten, den eigenen Telefon-Support sicherstellen

Schritt 2: Identitätskontrolle per Videoverfahren - nur im 1:1-Verfahren möglich, d.h. jeder Prüfling hält in einem virtuellen Raum, in dem sonst nur noch der Prüfende oder die Aufsichtsperson anwesend ist, seinen Lichtbildausweis in die Kamera (bzw. ist er oder sie dem Prüfenden persönlich bekannt)

Schritt 3: Start der Klausur: Der Start der Klausur kann automatisch erfolgen, wenn bei den Erklärungen unter „Einstellungen“ ein Aufgabenbeginn vermerkt wird, z.B. 01.03.21 9 Uhr. Alternativ kann die Klausur durch manuelles Freischalten der Erklärungen erfolgen.

 

Prüfung

Während in Präsenzprüfungen aus Gründen der Chancengleichheit sowohl bei Closed- als auch Open-Book- Verfahren die Prüfung unter Aufsicht erfolgt, um Täuschungen (z.B. unerlaubte Hilfsmittel beim Closed-Book-Verfahren, Kommunikation untereinander beim Open-Book-Verfahren) vorzubeugen, ist eine vergleichbare Aufsicht bei digitalen Prüfungen in Distanz nicht umsetzbar.

Eine Aufsicht bei digitalen Distanzprüfungen kann nur mithife des Einsatzes von Kameras und Mikrofonen im privaten Umfeld der Studierenden umgesetzt werden. Diese Form der Aufsicht ist nicht nur begrenzt zielführend, sondern stellt vielmehr einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Studierenden dar, den es a) zu rechtfertigen und b) möglichst abzumildern gilt (s. Handreichung zur Online-Durchführung von Closed-Book-Prüfungen, 29.1.2020).

Daher gilt für digitale Prüfungen in Distanz auf der Grundlage der Handreichung vom 29.1.2020 Folgendes: 

  1. Open-Book-Verfahren sind zu bevorzugen. Bei ihnen wird auf den Einsatz von Kamera und Mikrofon verzichtet, indem die Aufgaben entsprechend gestellt werden, so dass sich auch eine Absprache bzw. Zusammenarbeit mit anderen wenig auf das Ergebnis auswirken kann (ähnlich der Take-Home-Examen). Einzige, vorher entsprechend angekündigte Ausnahme für den kurzfristigen Einsatz der Kamera während der Prüfung stellt eine etwaige Identitätskontrolle dar, bei der die Studierenden ihren Lichtbildausweis in die Kamera halten (§ 107a Abs. 2 ZSP-HU). Im Normalfall sollte die Kontrolle der Identität vor der Prüfung stattfinden bzw. über die Minimalvoraussetzung (HU-Account) abgedeckt sein. 
  2. Closed-Book-Verfahren sollten vor allem über didaktische Mittel wie zufällige Anordnung und Ziehung verschiedener Aufgaben vor Täuschungsversuchen geschützt werden. Ergänzend kann ein der Handreichung entsprechender Einsatz von Kamera und Mikrofon hinzukommen, wenn er im Vorfeld angekündigt wurde. Wichtig ist hier die rechtzeitige und transparente Kommunikation dieser zusätzlichen Prüfungsbestimmungen (inkl. Verweis auf die Datenschutzregelungen). 

 

Weitere Aufgaben bei der Prüfungsbegleitung ("Aufsicht") durch Prüfer, Prüferinnen oder Aufsichtspersonen im Allgemeinen bestehen in der Abfassung des Prüfungsprotokolls, im Vermerken ungewöhnlicher Vorkommnisse im Prüfungsprotokoll, in der technischen Unterstützung und Betreuung der Studierenden bei Problemen und Fragen während der Prüfung.

Hat eine Aufsichtsperson während der Prüfung den Verdacht, ein Prüfling täusche, wird dies im Prüfungsprotokoll vermerkt und dem zuständigen Prüfungsausschuss gemeldet. Dieser kann innerhalb von sieben Tagen ab Prüfungsbeginn (Löschfrist) bei der Moodle-Administration nach den Log-Dateien fragen, um den Täuschungsverdacht aus technischer Sicht zu untersuchen.

Wichtig für die Betreuung (zur Unterstützung s. Handreichung zur Betreuung während der Prüfung): Während der Prüfung sollte die Betreuung der Studierenden sowohl durch Telefon als auch durch eine vom Prüfungskurs separat angelegte Videokonferenz abgesichert sein. In beiden Fällen werden die Kontaktmöglichkeiten vorher bekannt gegeben, damit Studierende diese Informationen ggf. auch handschriftlich festhalten und neben die Klausur legen können (Internetausfall). 

Achtung: Bei den Einstellungen für die Videokonferenz sollte die Warteraumfunktion unbedingt eingestellt sein, damit Studierende nur einzeln in den Konferenzraum der Aufsicht "eintreten" können. So kann auch der Kontakt der Studierenden untereinander verhindert werden.

Zusammenfassung: Die Prüfung beaufsichtigen

Schritt 1: Das Protokoll bereitlegen und die Betreuung durchgehend per Telefon und Videokonferenz gewährleisten

Schritt 2: Bei Kamera- und Mikrofoneinsatz durch die separaten virtuellen Prüfungsräume der Studierenden gehen (pro HU-Meeting max. 50 Breakout-Räume)

Schritt 3: Besondere Vorkommnisse, wie z.B. ausgeschaltete Kameras und / oder Mikrofone, abwesende Studierende oder technische Probleme, im Protokoll vermerken

Schritt 4: Auf "Hilferufe" reagieren