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Abb.: Andreas Vollmer

Humboldt-Universität zu Berlin - E-Assessment

Das Prüfungssystem an der HU

An der HU Berlin können Prüfungen auch über die pandemiebedingten digitalen Semester hinaus elektronisch bzw. digital in Präsenz oder Distanz durchgeführt werden (s. 8. und 12. Änderung der ZSP-HU). Hierunter fallen schriftliche, mündliche und multimediale Prüfungen, die je nach Art ihrer Planung, Durchführung und Auswertung in Teilen oder ganz digital durchgeführt werden können.

Nun wirken sich digital-gestützte Prüfungen allerdings nicht nur auf den Workflow einer Prüfung, sondern auch auf den Umgang mit den in diesen Prüfungen erzeugten Daten aus. So müssen bspw. Prüfungen und Prüfungsergebnisse sicher und mit gestaffelten Löschfristen archiviert werden. Außerdem entstehen beim Einsatz von digitalen Hilfsmitteln meist mehr personenbezogene Daten als bei "Papier-Prüfungen", die vor fremden Zugriffen zu schützen sind. Aber auch der Workflow einer Prüfung kann sich erheblich verändern, wenn die Betreuung über digitale Tools erfolgt oder wenn fachspezifische Antworten wie Code oder Skizzen am Computer eingegeben werden sollen.

Neben der Erfüllung von formalen und inhaltlichen Anforderungen sollte eine Prüfungssoftware vor allem übersichtlich und leicht zugänglich sein, damit es während einer Prüfung so wenig Ablenkung wie möglich gibt. Außerdem sollte diese Software gut mit anderen, prüfungsrelevanten Tools und Softwarepaketen interagieren können, so dass sich letztlich ein Prüfungssystem ergibt, das einerseits leicht bedienbar und rechtlich abgesichert ist, andererseits didaktisch sinnvoll genutzt werden kann.

 

Prüfungssoftware Moodle: das Prüfungsmoodle

Moodle ist ursprünglich als eine Lehr-Lern-Software konzipiert, die zwar Prüfungen ermöglicht (s. Test- und Aufgaben-Modul sowie Bewertungsübersicht), aber nicht auf prüfungsspezifische Anforderungen wie die Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes (Vorbeugung von Täuschungsversuchen, eindeutige Identifizierung) oder eine auf eine Prüfung reduzierte Bedienoberfläche ausgerichtet ist. Daher kann ein Moodle nicht beide Aspekte der Hochschullehre (Lehren-Lernen und Prüfen) gleichwertig bedienen. Aus diesem Grund gibt es an der HU ein HU-Moodle (Lehrmoodle) und ein Prüfungsmoodle, das zunehmend mehr auf die Bedürfnisse der digitalen Prüfungen zugeschnitten wird.

 

Warum aber unbedingt Moodle für Prüfungen?

Diese Frage wird immer wieder gestellt, da es doch auch Softwarelösungen gibt, die nur zu Prüfungszwecken eingesetzt werden, z.B. LPLUS. Doch gibt es - trotz aller Schwierigkeiten, die mit dem Einsatz von Moodle für Prüfungen vielleicht zusammenhängen - zwei klare Argumente für Moodle:

  1. Moodle ist die etablierte, d.h. für die Lehrenden und Studierenden die bekannte und vertraute Software-Umgebung an der HU. Sie können sie bedienen und kennen ihre Funktionalitäten. Außerdem eröffnen einheitliche System den Lehrenden die Möglichkeit, aus dem Lehrmoodle Materialien in das Prüfungsmoodle zu importieren. Wichtiger jedoch ist es, dass die Lehrenden selbständig Prüfungen im Prüfungsmoodle entwerfen können und i.d.R. nur eine Unterstützung bei Detailfragen brauchen. Sie sehen selbst, was geht und was nicht, so dass sie ihre Prüfungsaufgaben eigenständig weiterentwickeln können.
  2. Moodle ist eine Open Source Software mit einer breiten Entwickler-Community. Die HU bekennt sich seit Jahren eindeutig zu offenen Software-Lösungen, die obendrein den Vorteil bieten, die Software auf den eigenen Severn zu hosten und damit zweifelsfrei über den Verbleib der Daten zu entscheiden.

Fazit: Es geht an der HU auch bei Prüfungen um Selbständigkeit und Mündigkeit, die durchaus einiges an Anstrengung verlangt, aber eben auch einzelnen Personen Gestaltungsspielräume lässt, die eine "eingekaufte" Software aufgrund von Rahmenverträgen nicht schaffen kann.

 

Prüfungssystem an der HU: Prüfungsmoodle und weitere Komponenten

Das Prüfungsmoodle stellt analog zum Lehrmoodle (s. HU Digitale Lehr- und Lernlandschaft, kurz: HDL3) die zentrale Komponente für digitale Prüfungen in Präsenz und Distanz dar. Es kann durch verschiedene weitere Softwarelösungen bedarfsgerecht ergänzt und erweitert werden.

 

Digitale Prüfungen in Präsenz

Zu diesen Prüfungen gehören vor allem digitale Klausuren (s. § 96b ZSP-HU, 12. Änd.Fassung), die in der HU in einem PC-Pool durchgeführt werden. Den Studierenden wird vor Ort ein Rechner zur Verfügung gestellt. Zu den das Prüfungsmoodle erweiterenden Komponenten zählt hier z.B. der sog. SafeExamBrowser, der den Zugriff auf unerlaubte Internetquellen verhindert und auch ein Kopieren und Einfügen grundsätzlich unterbinden kann. 

 

Digitale Prüfungen in Distanz

Digitale Prüfungen in Distanz können mit Videoaufsicht (digitale Fernklausur) oder ohne Videoaufsicht (z.B. Take-Home-Prüfung) durchgeführt werden. Daraus ergeben sich z.B. auch die ergänzenden Softwarelösungen, z.B. eine Videkonferenzsoftware für die Aufsicht.