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Humboldt-Universität zu Berlin - E-Assessment

Ein paar Zahlen zum E-Assessment an der HU

Seit dem Sommersemester 2020 sind an der HU Berlin Formen der E-Prüfungen (E-Assessment) in Distanz etabliert worden, die vor der COVID-19-Pandemie nicht durchführbar waren. Der Wandel lässt sich mit einigen Zahlen rund um Lehren und Prüfen veranschaulichen.

Sommersemester 2020

Weniger Lehre, weniger Prüfungsfälle

Von den insgesamt 5.669 Lehrveranstaltungen, die für das Sommersemester 2020 geplant worden waren, konnten kurzfristig 4.979 (87%) digital, d.h. zumeist als synchrone Videokonfenrenzen zu festen Terminen und mit Vor-/Nachbereitung über Moodle ("virtuelle Präsenzlehre"), umgesetzt werden. Allerdings ließen sich vor allem praktische Übungen (z.B. in Sport und in den Rehabilitationswissenschaften) und Laborpraktika (z.B. in den Lebenswissenschaften) im Präsenznotbetrieb nicht durchführen, so dass die Lehrveranstaltungen ausfallen mussten bzw. aufgeschoben wurden.

Aufgrund dieser Ausfälle sank auch die Gesamtzahl der Prüfungsfälle (36.573) im Vergleich zum Sommersemester 2019 (41.299) um 4.726 Prüfungsfälle. 52% dieser Prüfungsfälle (19.129) wurden als Klausuren durchgeführt. Hinzu kommen weitere schriftliche Prüfungsformen, die separat ausgewiesen sind, z.B. Take-Home-Examen, Essay, Hausarbeit, Masterarbeit etc. 

 

Moodle wird zur Prüfungsplattform

Im Gegensatz zu den vorausgegangenen Semestern wurden nun nicht nur Lehrveranstaltungen, sondern auch Prüfungen über das HU-Moodle abgewickelt. Dies begann im Mai und Juni mit einigen Prüfungen (602 Prüfungsfälle) aus dem nach hinten verschobenen 2. Prüfungszeitraum des Wintersemesters. 

Der weitgehende Verzicht auf Präsenzprüfungen führte schließlich im Zeitraum vom 13.7. bis zum 30.10.2020 zu 12.784 Prüfungsfällen, die über Moodle organisiert wurden (35% der gesamten Prüfungsfälle im Sommersemester). Interessant ist hierbei auch die Verteilung der Moodle-Prüfungen auf die Fakultäten mit vielen Prüfungsfällen:

 

Fakultät Prüfungsfälle in Moodle Aufgaben-Modul Test-Modul
SLF 6.241 4.009 (64%) 242 40
LeWi 6.237 2.909 (47%) 17 98
KSBF 10.605 2.868 (27%) 15 74
JurFak 2.265 2.265 (100%) 11 1
WiWi 3.846 307 (8%) 6 2
MatNat 4.287 331 (8%) 28 15

SLF - Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät; LeWi - Lebenswissenschaftliche Fakultät; KSBF - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät; JurFak - Juristische Fakultät; WiWi - Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät; MatNat - Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

 

Die Übersicht legt nahe, dass es für das Wintersemester 2020/21 in einigen Fakultäten noch einen erheblichen Zuwachs an Prüfungsfällen geben könnte und wohl auch geben wird, die mithilfe von Moodle durchgeführt werden.

Wichtig ist aber auch die Aufschlüsselung nach Aufgaben- bzw. Test-Modul, die unterschiedliche Klausurtypen implizieren. Während mit dem Moodle-Modul "Aufgabe" vorzugsweise Take-Home-Examen und Open-Book-Prüfungen durchgeführt werden, dient das Moodle-Modul "Test" vor allem der Umsetzung von Closed-Book-Verfahren, d.h. Klausuren mit Aufsicht.

 

Herausforderungen der digitalen Prüfungen in Distanz

Nachdem sehr schnell die notwendige Infrastruktur für Moodle ausgebaut wurde, setzen weniger technische als personelle Ressourcen und rechtliche Rahmenbedingungen dem E-Assessment Grenzen.

 

Moodle-Team

Bisher gewährleistet das Moodle-Team universitätsweit den Support und die Betreuung der digitalen Abläufe, ohne zusätzliche personelle Ressourcen für die Durchführung von Distanzprüfungen erhalten zu haben. Zwangsweise müssen daher Abstriche bei der didaktischen Beratung und bei der Betreuung der E-Prüfungen gemacht werden, um zumindest die technische und prüfungsorganisatorische Umsetzung der E-Prüfungen sicher zu stellen.

 

Prüfer und Prüferinnen

Viele der Prüfer und Prüferinnen zeigen sich zwar engagiert bei der Umstellung auf digitale Klausuren, doch benötigen sie zusätzliche Zeit und vor allem Beratung, da sich z.b. traditionelle Klausuren mit Papier und Stift i.d.R. nicht 1:1 in digitale Formate umwandeln lassen. Dieser Umbruch könnte dazu beitragen, noch einmal neu über Prüfungen hinsichtlich der Ziele und Formate sowie über die Lehre nachzudenken. Dafür bedürfte es allerdings an Zeit, um sich entsprechend austauschen oder fortbilden zu können.

 

Rechtssicherheit

Dieser Punkt wird an anderer Stelle ausführlicher dargestellt. Hier sei nur erwähnt, dass E-Prüfungen als Closed-Book-Verfahren zu zahlreichen rechtlichen Fragen (Identitätskontrolle, Täuschungsschutz) führen, die auf Landesebene gesetzliche Anpassungen der Studierendendaten-Verordung (StudDatVO) und des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG) erfordern.