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Abb.: Andreas Vollmer

Humboldt-Universität zu Berlin - E-Assessment / E-Prüfungen

Rahmenbedingung: Didaktik

Ausgangspunkt von E-Assessment-Lösungen sollten immer didaktische Fragen sein, damit bei E-Prüfungen nicht etwa die Technik oder der potentielle Effizienzgewinn, sondern ein innovatives Lehr-Lern-Prüf-Konzept im Vordergrund der E-Assessment-Strategie steht.

Was es zu meiden gilt ...

Soll die Einführung von E-Assessment mehr sein als eine weitere, ggf. wenig verbindliche Serviceleistung der technischen Organisationseinheiten einer Hochschule, dürfen vorhandene Prüfungsmaterialien und -methoden nicht unreflektiert 1:1 in elektronische Szenarien verwandelt werden, nur weil sie

  • vorhanden sind und dadurch eine aufwendige Neu-Entwicklung entfallen könnte,
  • vertraut sind und sich damit alle Beteiligten wohl fühlen,
  • funktionieren und Erprobtes ungern verändert wird.

 

Was es zu suchen gilt ...

Die E-Assessment-Aktivitäten einer Hochschule sollten zu ihrem didaktischen Leitbild und einem daraus resultierenden Konzept passen. In diesem sollten für das E-Assessment allgemeine Anforderungen und Vorgaben festgelegt werden, die z.B. folgende Fragen beantworten:

  • Welche Wissensart (Fakten, Prozeduren, Konzepte, Metakognition) soll Gegenstand des E-Assessments sein?
  • Welche E-Prüfungsform ist jeweils welcher Wissensart zugeordnet? Wie können "Mischformen" aussehen?
  • Wie kann bei den verschiedenen E-Prüfungen eine Stufung des Leistungs-/ Kompetenzniveaus vorgenommen werden? Was ist z.B. eine "gute" Leistung?
  • Wie wird beim jeweiligen E-Assessment der erreichte Leistungsstand ermittelt? Wie wird z.B. gemessen, dass eine "gute" Leistung erbracht wurde?
  • Welche Funktion soll das E-Assessment (diagnostisch, formativ, summativ) in welchen Arten von Lehr- und Lernprozessen erfüllen?
  • Wie können diese Funktionen durch die beteiligten Interessensgruppen umgesetzt und unterstützt werden? Wie z.B. entsteht idealerweise ein Fragenpool?

 

Die Herausforderung besteht insgesamt darin, die Ziele, Inhalte und Methoden des Prüfens zu überdenken und sogar neu zu denken (vgl. Prüfungsdidaktik), damit E-Assessment mit all seinen Facetten (diagnostisch, formativ, summativ) als Mittel zur Vorbereitung und Gestaltung von Lernprozessen wahrgenommen und genutzt wird. Prüfen und Lernen sollten in diesem Sinne als zwei Seiten einer Medaille betrachtet werden, die untrennbar zusammengehören. Besonderes Potential kommt hierbei den formativen E-Prüfungen zu.