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Humboldt-Universität zu Berlin - E-Assessment

Antwort-Wahl-Verfahren

Das Antwort-Wahl-Verfahren - auch unter dem Oberbegriff Multiple Choice bekannt - ist ein sehr gängiges elektronisches Prüfverfahren, das eine automatische Auswertung der Prüfungsleistung bietet.

Definition

Beim Antwort-Wahl-Verfahren (gern auch als Multiple Choice bezeichnet) stehen zu einer Frage mehrere vorformulierte Antworten zur Auswahl. Diese Antwortmöglichkeiten werden bei jeder Präsentation per Zufallsgenerator in einer neuen Reihenfolge geboten, um z.B. ein ortsgebundenes Wiedererkennen zu verhindern. Grundsätzlich handelt es sich dabei um eine erzwungene Wahl in einer geschlossenen Aufgabenart, die vorzugsweise zur Überprüfung von Faktenwissen verwendet wird. Entwirft man die Fragen und Antworten entsprechend komplexer, lassen sich mit diesem Format aber auch kognitiv anspruchsvollere Aufgaben gestalten.


Typen des Antwort-Wahl-Verfahrens

Es gibt prinzipiell vier Auswahlformate mit n Antwortoptionen und k ≤ n richtigen Antworten, d.h. mit nk nicht zutreffenden Distraktoren:

  1. Select: Eine bekannte Anzahl k Antworten trifft zu, z.B. 2 aus 4 Antwortoptionen. Es handelt sich dabei um eine Form des multiple response.
  2. Choose: Es trifft genau eine Antwort zu (k = 1). Dieses Auswahlformat wird auch single choice (Einfachantwort) genannt.
  3. True / False: Eine von nur zwei Antwortmöglichkeiten (k = 1, n = 2) trifft zu. Es handelt sich also um eine Entscheidungsfrage (Binärfrage).
  4. Check: Es trifft eine unbekannte Anzahl von Antworten (k ≥ 0) zu. Dieses Auswahlformat wird im Engl. auch als multiple response bezeichnet.

 

Herausforderungen beim Design

Im Fall der multiple response - Formate gestaltet es sich oftmals schwierig, gleichwertige Antwortoptionen zu bieten, weswegen i.d.R. nicht mehr als vier Antworten angeboten werden. Bei den Entscheidungsfragen oder auch Einfachantworten kann es u.U. zu sprachlichen Verständnisschwierigkeiten kommen, wenn doppelte Verneinungen oder ähnliche sprachlogische Phänomene (z.B. Konjunktive) verwendet werden, um die Antwort zu erschweren oder eine Gegensätzlichkeit auszudrücken.

In allen Fällen stellt die Entwicklung angemessener Distraktoren den Prüfenden vor erhebliche Herausforderungen, vor allem im Hinblick darauf, dass die verschiedenen Aufgaben eines Fragenpools untereinander gleichwertig (schwer) sein sollen.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dem Bestehen der Prüfung durch erfolgreiches Raten - insbesondere bei Aufgaben mit nur zwei Antwortoptionen - vorzubeugen. Es ist empfehlenswert, Aufgaben dieser Art nur begrenzt zu verwenden, d.h. ihren Anteil an der Gesamtpunktzahl deutlich unter der Bestehensgrenze anzusetzen.