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Abb.: Andreas Vollmer

Humboldt-Universität zu Berlin - E-Assessment

Simulationen und Rollenspiele

Simulationen und Rollenspiele gehören zum erfahrungsorientierten Lernen und bieten die Möglichkeit, in einem möglichst authentischen, aber sicheren Kontext berufsspezifische Kompetenzen zu erwerben. Im E-Assessment können sie dazu dienen, den fallspezifischen Wissensstand und den Grad an erworbener Professionalität zu bewerten.

Definition

Die Begriffe "Simulation" und "Rollenspiel", die zu Formen des erfahrungsorientierten bzw. erfahrungsbasierten Lernens gehören, werden gern synonym verwendet.

Bei einer Simulation handelt es sich jedoch i.d.R. um eine vertraute oder realistische Situation, in der die Rolle der Teilnehmer weniger individuell ausgeprägt, als vielmehr durch die Rolle innerhalb der Simulation vorgegeben ist, z.B. Stellen einer Diagnose. 

Bei einem Rollenspiel nehmen die Studierenden ein Profil eines Charakters oder einer Persönlichkeit an und interagieren innerhalb der jeweiligen "Welt" miteinander. Das Rollenspiel soll dabei helfen, reale zwischenmenschliche Interaktionen und deren Dynamik besser zu verstehen, während die Lernenden Aufgaben in einem (möglichst) authentischen Kontext zu lösen versuchen. Die Ergebnisse der Interaktionen sind im Nachhinein zugänglich und bieten dadurch Chancen zur Reflexion seitens der Lernenden.

Beide Formen dienen im Allgemeinen der Überprüfung des konzeptionellen Verständnisses und der entwickelten Problemlösefähigkeiten.

 

Typen von Simulationen

  • Datenmanagement: Die Simulation ist oft teamorientiert angelegt und erfolgt mit Variablen, die manipuliert werden.
  • Diagnose- und Krisenmanagement: Ursache- und Wirkungsmechanismen werden aus realen Fällen abgeleitet, z.B. Gasexplosion und Rettungseinsatz. Experten können bei der Bearbeitung der Aufgabe helfen.
  • Soziales Prozessmanagement: Die Lernenden interagieren persönlich mit den Situationen, z.B. als Lehrkraft in einem Elterngespräch. Diese Simulationen können verschiedene Ergebnisse haben.

 

Vor- und Nachteile des Assessments mit Simulationen

Vorteile
  • Die Simulation ermöglicht eine Form der authentischen Beurteilung.
  • Sie zeigt den Studierenden eine direkte, praktische Relevanz ihres Lernprozesses für ihre zukünftige Praxis.
  • Lehrende können die Bereitschaft der Lernenden für die praktische Komponente ihres Studiums beurteilen.
  • Technologiebasierte Formen der Simulation unterstützen ein sofortiges Feedback an die Lernenden.
  • Simulationen stellen ein effektives Mittel dar, um die kontextspezifischen Kompetenzen der Studierenden sowie ihr inhaltliches Wissen zu bewerten.
  • Simulierten Lernumgebungen werden in der medizinischen und gesundheitsbezogenen Literatur drei wesentliche Vorteile zugeschrieben:
    • Sie fördern eine Steigerung der Selbstwirksamkeit in der klinischen Entscheidungsfindung,
    • sie verbessern die klinischen Kommunikationsfähigkeiten, und
    • fördern ein größeres Bewusstsein der Studierenden für die Rolle, die sie in einer kollaborativen Pflegeumgebung spielen.

 

Nachteile
  • Simulationen sind nicht für alle Studierenden geeignet, z.B. wenn jemand Schwierigkeiten mit der teilnahme an Gruppen hat, dadurch Angst ausgelöst wird und sich dies auf die Leistung auswirkt.
  • Simulationen können keine echte Authentizität erreichen. Daher sollten Prüfende nur einzelne Aspekte der Simulation nutzen, um die Lernenden zu bewerten.
  • Die Lernenden müssen vor und während der Simulation angeleitet werden.
  • Simulationen sind für die Lernenden zeitintensiv und sollten daher nicht mit anderen Prüfungsterminen zu eng kollidieren.
  • Die Kosten (Material, Personal, Zeit) für die Erstellung einer Simulation können beträchtlich sein.

 

Vor- und Nachteile des Assessments mit Rollenspielen

Vorteile
  • Rollenspiele bieten ein hervorragendes Mittel zur Bewertung von Entscheidungsfindung und zwischenmenschlichen Kommunikationsfähigkeiten.
  • Sie sind besonder hilfreich für Lernende, die entweder in einem angespannten beruflichen Umfeld agieren (z.B. in der Diplomatie, in akuten oder sensiblen Bereichen der medizinischen Versorgung, in der Psychologie und in der Beratung) oder komplexe Entscheidungen treffen müssen.
  • Rollenspielszenarien können mit zunehmender Komplexität gestaltet werden, damit die Lernenden sukzessive ihr Kompetenzniveau ausbauen können.

 

Nachteile
  • Rollenspiele sind sehr ressourcenintensiv (Personal, Zeit, Finanzen), insbesondere wenn sie graphisch überzeugen sollen. Hier können nur Kooperationen und gemeinsame Prüfungszentren mit einer zentralen Datenbank für Rollenspielszenarien abhelfen.
  • Der Schutz der persönlichen Daten kann zu einem Problem werden, wenn die Anonymität des Spiels aus Bewertungsgründen aufgehoben wird.
  • Wenn das Erlernen der Bedienung im Vordergrund steht, kann eine Rollenspiel-Lernplattform vom eigentlichen Ziel des konzeptionellen Lernens in einem Fachgebiet ablenken.