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Humboldt-Universität zu Berlin - E-Assessment

Einsparpotential

Zentrale Frage bei der Einführung von E-Assessment in einer Lehrveranstaltung ist, ob es den Prüfungsaufwand reduziert. Die dadurch gewonnene Zeit könnte dann z.B. für die qualitative Verbesserung der Lehre genutzt werden.

Wann bietet E-Assessment Einsparpotential?

E-Assessment kann dazu beitragen, den Prüfungsaufwand zu reduzieren, wenn z.B.

  • eine Lehrveranstaltung ausschließlich über eine Abschlussklausur zertifiziert wird, deren Inhalte sich in eine elektronische Form übertragen lassen;
  • eine Lehrveranstaltung über semsterbegleitende (formative) und semesterabschließende (summative) Prüfungsformen zertifiziert wird, deren Inhalte sich in eine elektronische Form übertragen lassen;
  • die elektronische Abgabe zur Terminwahrung und Speicherung der Leistung von Interesse ist;
  • die Abläufe (Abgabe, Bewertung, Feedback) beschleunigt werden sollen.

Im Fokus des Einsparpotentials liegt die bei der Bewertung gewonnene Zeit, dadurch dass Aufgaben automatisch ausgewertet werden können. Doch sind auch andere Mehrwerte wie Optimierung des Prozessablaufs (z.B. einwandfreie fristgerechte Einreichung), Erleichterung der Bewertung von Hand (z.B. durch digitale Einreichung Vermeidung unleserlicher Handschriften) und schnelles, direktes Feedback zur erbrachten Leistung (z.B. über digital Bewertungsfunktion) als Gewinn zu verbuchen, der sich jedoch nicht genau spezifizieren lässt.

 

Traditionelle Prüfungsformen als E-Assessment

Prüfungsform (Assessment)

Prüfungs-material

erwartetes Antwortformat

elektronisch realisierbar

automatische Korrektur möglich

Abeitsblätter Hausaufgaben

Fragenpool Antwort-Wahl-Verfahren ja ja
Analyseprojekte

Daten Einzelfragen

Antwort-Wahl-Verfahren ja ja
Klausur (Typ I) Fragenpool Antwort-Wahl-Verfahren ja ja
Klausur (Typ II) Fragenpool in Essayform ja nein
Präsentation Referat Seminar-thema mündlich ggf. nein

Seminararbeit Hausarbeit

Forschungs-thema Gesamt-Essay ja nein

 

Es gibt Modellrechnungen zu den Einspareffekten beim Korrekturaufwand (nahezu 100% bei E-Klausuren und E-Tests), die vor allem den Mehrwert für Lehrveranstaltungen betonen, die auf formative und summative Prüfungsformen setzen, da hier mehrere Teilprüfungen von der elektronischen Form profitieren (vgl. Franke, P./Handke, J. (2012): E-Assessment. In: Handke, J./Schäfer, A. M. (Hrsg.): E-Learning, E-Teaching und E-Assessment in der Hochschullehre. Eine Anleitung. München: Oldenbourg, 181-183). Allerdings ist bei diesen nicht die Zeit gegengerechnet, die es kostet, genügend große und korrekte Aufgabenpools zu erstellen. Doch hier dürften die "Anfangskosten" ähnlich hoch sein wie bei einer generellen Umstellung auf neue Lehr-/Prüfinhalte und -formen.