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Humboldt-Universität zu Berlin - Digitale Medien, Projekte und Programme

Liblia 2.0 - Eine digitale Bibliothek im World Wide Web

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Das Multimedia-Projekt Liblia 2.0 verbindet eine digitale Bibliothek und Literaturverwaltung mit der Funktionalität einer Online- Community. Liblia 2.0 (ehemals pbib) ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kulturwissenschaftlichen Seminars und des Seminars für Medienwissenschaft. Die Software richtet sich an Mitarbeiterinnen, Studierende und Assoziierte beider Fächer. Aufgrund der modularen Erweiterbarkeit können auch andere Disziplinen mit Liblia arbeiten.

Sebastian Gießmann | Axel Volmar
sgiessmann@culture.hu-berlin.de

Download Poster ( application/pdf, 15546 KB )

Liblia (http://liblia.hu-berlin.de) basiert auf PERL und einer PostgreSQL-Datenbank, die mit aktuellen Technologien des Web 2.0 verbunden werden. Die Anwendung ermöglicht es, Literaturlisten zu organisieren und mit anderen Nutzern auszutauschen. Zudem kann kanonische Literatur aus dem Bereich der Kultur- und Medienwissenschaft durchsucht und im Browser gelesen werden. Die Verwaltung eigener Digitalisate ist ebenfalls möglich. Kollaborative, webbasierte Wissensumgebungen bieten heute innovative Möglichkeiten für die Arbeit in Lehre und Forschung - für Lehrende ebenso wie für Studierende. Zur Organisation der Lehre sowie zur Bereitstellung digitaler Seminarlektüre hat sich an der Humboldt-Universität bereits die Lehr- und Lernumgebung Moodle bewährt.
Mit Liblia wird die Nutzung digitaler Lehre durch zeitgemäße Formen der Wissensorganisation weiter vorangetrieben und vereinfacht. Zwar gibt es mittlerweile eine Reihe digitaler Bibliotheken und Online-Anwendungen zur Verwaltung bibliographischer Daten im Internet. Bislang fehlt jedoch die Verbindung von digitalen Textarchiven mit einer effizienten Literaturverwaltung. Gerade in dieser Verbindung liegt jedoch ein großes Potential (nicht nur) für alle kultur- und sozialwissenschaftlichen Fächer. Liblia versteht sich daher als Pilotprojekt zum Ausloten dieser neuen Möglichkeiten. Verschiedene Abläufe wissenschaftlichen Arbeitens wurden berücksichtigt, darunter:
1. Literaturverwaltung
Liblia ermöglicht die Erstellung und Verwaltung umfangreicher Online-Literaturlisten auf der Basis des Bibliographie-Formats BibTeX. Einträge können von Hand angelegt werden oder in bibliothekarischen Online- Datenbanken wie dem OPAC der Humboldt-Universität recherchiert werden. Die Suchergebnisse lassen sich in Liblia importieren und in Listen abspeichern. Danach können sie weiter bearbeitet, d. h. etwa mit eigenen Schlagworten (tags) versehen werden. Mittelfristig ist geplant, die Literaturrecherche auf weitere Online-Datenbanken (darunter der KOBV Berlin-Brandenburg) auszuweiten. Liblia ermöglicht es so sowohl Wissenschaftlerinnen als auch Studierenden, private Literaturlisten für wissenschaftliche Publikationen oder Hausarbeiten anzulegen und diese in unterschiedlichen Zitationsstilen formatiert auszugeben. Lehrende haben zudem die Möglichkeit, Bibliographien für Lehrveranstaltungen direkt aus Liblia heraus in ihren Moodle-Kursen zu veröffentlichen. Literaturlisten können darüber hinaus gemeinsam genutzt oder öffentlich gemacht werden: Der Gruppenmodus eignet sich etwa für gemeinsame Forschungsprojekte oder Referate; der Netzwerkmodus bedeutet durch den Community-Ansatz einen völlig neuen Zugang zu gespeichertem Wissen in Form thematischer Bibliographien der Kultur- und Medienwissenschaft.
2. Digitale Bibliothek
Für beide Fächer wird bis Ende 2008 ein digitaler Handapparat sowie eine digitale Forschungsbibliothek mit Einführungsliteratur und einer Anzahl kanonischer Werke (pro Fach zunächst etwa 300) zu Verfügung stehen. Die vorhandenen elektronischen Texte können in einem Browserfenster gelesen und bearbeitet werden. So können Passagen markiert, zitiert und exzerpiert werden. Die Lektüre laufender und zukünftiger Seminare wird in einem digitalen Semesterapparat archiviert, so dass auf diese Lektüre wiederholt zurückgegriffen werden kann.
3. Workflow für die Retrodigitalisierung
Liblia ermöglicht die Integration von Retrodigitalisierungen: Seminarlektüre für die digitale Lehre wird mittels eines Kopiergeräts mit Netzwerkanschluss gescannt. Danach folgt eine Volltexterkennung (OCR) mit Hilfe des Programms Abbyy FineReader. Die eigenen Digitalisate lassen sich in Liblia in einem Dateimanager verwalten und – je nach Verfügbarkeit des Copyrights – in persönliche bzw. öffentliche Bereiche der digitalen Bibliothek einpflegen. Ein auf diese Weise entstandener Seminarapparat kann den Studierenden wiederum über Moodle zugänglich gemacht werden.