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Abb.: Andreas Vollmer

Humboldt-Universität zu Berlin - E-Assessment

Rahmenbedingung: Hochschulpolitik

Um E-Assessment erfolgreich etablieren zu können, ist es wichtig, dass es nicht nur durch eine hochschulpolitische Grundsatzentscheidung für alle Organisationseinheiten bindend ist, sondern auch von allen beteiligten Interessensgruppen mitgetragen wird.

E-Education-Strategie

Die Entscheidung für E-Assessment sollte grundsätzlich an die E-Education-Strategie der Hochschule (Oberbegriff für E-Learning, E-Teaching und E-Assessment) gekoppelt werden, damit das E-Assessment nachhaltig und bereichernd in die Lehre eingebunden werden kann. Dazu ist es wichtig, dass das E-Assessment in der Wahrnehmung der beteiligten Interessensgruppen im Alltag der Hochschule zur Normalität wird, d.h. im normalen Lehrbetrieb verankert ist.

Bei der Einführung und Gestaltung von E-Assessment-Verfahren ist ein kontinuierlicher Diskurs und eine dauerhafte Mitarbeit der Akteure unabdingbar. Hierbei darf sich die Mitarbeit nicht in einer reinen Mitsprache erschöpfen, sondern muss zu einer gezielten Mithilfe werden, damit die involvierten Gruppen gemäß ihrer Funktionen und Befugnisse die Entwicklung des E-Assessments unterstützen können, z.B.:

  • Hochschulleitung: Ressourcen, Vernetzung mit anderen Hochschulen
  • Rechtsabteilung: Richtlinien zu Prüfungsverfahren, Datenschutz und Datensicherheit
  • Technikabteilung: Hard- und Software, Support
  • Fachwissenschaft: didaktisches Design der E-Assessment-Verfahren
  • Studentenschaft: kritisches Testen der E-Assessment-Verfahren

 

Auch wenn ein Hauptargument für E-Assessment sein Potential zur effizienten Durchführung von Prüfungen ist, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, z.B. durch Investitionen in die notwendige Infrastruktur und den langfristigen Betrieb des E-Assessments. Daher sollte mehr auf den didaktischen Gewinn verwiesen werden, der durch den Einsatz von interaktiven und multimedialen Technologien bei E-Prüfungen entsteht.

 

Verbreitung von E-Assessment an dt. Hochschulen

In der Studie "Digitales Prüfen und Bewerten im Hochschulbereich" des Hochschulforum Digitalisierung (2015) merken die Verfasser an, dass sich viele Hochschulen in Richtung E-Assessment auf den Weg gemacht hätten, von einem hochschulübergreifenden Konzept oder gar anerkannten Standards seien digitale Prüfungen allerdings noch weit entfernt (12). Dies sei u.a. auch darauf zurückzuführen, dass "sich traditionell hoch-regulierte Prüfungskulturen – wie in Deutschland – schwer damit tun, die geschilderten, zum Teil noch mit Mängeln und Risiken behafteten Assessmentszenarien zu adaptieren" (59). hinzu kommt, dass insbesondere summative Abschlussprüfungen mit ihrem hohen rechtlichen Verbindlichkeitsgrad u.U. zu einem deutlich höheren Organisationsaufwand führen als die klassische Prüfungsorganisation, so dass der erwartete Effizienzgewinn ausbleiben kann.