Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Digitale Medien – Projekte und Plattformen

COVCELL

Cohort-Oriented Virtual Campus for Effective Language Learning

COVCELL zielte auf den Ausbau des Lernmanagementsystems Moodle mit Blick auf verbesserte Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Kommunikation unter den Lernenden. Die besonderen Ansprüche des Fremdsprachenunterrichts sind dabei Leitlinie, die Entwicklung kommt aber auch anderen Fächern zugute.

Die Europäische Union hat mit dem Projekt COVCELL (Cohort-Oriented Virtual Campus for Enhanced Language Learning, Laufzeit 2 Jahre) im Rahmen von MINERVA den Ausbau des frei verfügbaren Lernmanagementsystems Moodle für die spezifischen Zwecke des Lernens und Lehrens von Sprachen unterstützt. Das COVCELL-Projekt zielte, wie sein Name bereits deutlich macht, in erster Linie darauf ab, einen virtuellen Campus für Lernergruppen zu entwickeln, d.h. die technischen Funktionen und pädagogischen Einsatzmöglichkeiten der Interaktion und Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden sowie die Lerner-Lerner-Interaktion im Rahmen des computergestützten Sprachenlernens zu erweitern. Eingesetzt werden sollen die neuen Module und Funktionen in erster Linie in der computergestützten Präsenzlehre bzw. im blended learning, Ansätze einer Weiterentwicklungen für das computergestützte Selbstlernen sind aber im Rahmen von COVCELL durchaus auch schon enthalten. Am Projekt beteiligt waren an der Humboldt-Universität zu Berlin:

  • das Multimedia Lehr- und Lernzentrum (MLZ) am Computer- und Medienservice
  • die Zentraleinrichtung Sprachenzentrum und
  • das Institut für deutsche Sprache und Linguistik/Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache sowie einzelne Lehrkräfte an anderen philologischen Instituten der HU.

Unsere Partner waren

  • Háskóli Íslands
  • Universität von Island (Reykjavik) - Università Ca'Foscari di Venezia (Venedig)
  • Universidad del País Vasco in (San Sebastián)
  • Open Development Group in (Reykjavik)

Weitere Informationen zu COVCELL, Download des Open-Source-Codes und Zugang zur Testinstallation an der Humboldt-Universität auf der Projekt-Website COVCELL.org.

Projektphasen

In einer ersten Phase (April bis Oktober 2006) wurden kommunikative und interaktive Module wie ein erweiterter Textchat, ein interaktives Whiteboard etc. entwickelt und implementiert, um die gemeinsame Bearbeitung von Aufgaben durch mehrere Lerner, also die Einsatzmöglichkeiten von Projekt- und Gruppenarbeiten beim Sprachenlernen, von peer review und Lernen durch Interaktion, zu verbessern.

In einer zweiten Programmierphase (November 2006 bis März 2007) wurden ein Audio- und Videochat sowie ein Audio-Aufnahme-Modul für Moodle entwickelt und implementiert.
In der dritten Programmierphase (April bis August 2007) stand einerseits, auf Lernerseite, die Personalisierung der Lernumgebung im Mittelpunkt, und zwar mit dem Aufbau von persönlichem Profil, persönlichem Glossar, einem dynamischen Überblick über ausstehende Aufgaben etc. Andererseits sollte, auf Seite der Lehrenden, vor allem die Verbesserung der Kurs- und Dokumentenverwaltung erreicht werden.

In der Abschlussphase (September 2007) wurden die technische Implementierung der neuen Entwicklungen sowie die Evaluierung des Gesamtprojekts abgeschlossen. Ende September fand eine Abschlusskonferenz in Reykjavik statt.

Projektevaluierung

Für die Entwicklung und Überprüfung von Instrumenten für die Projektevaluation sowie für die Durchführung der projektbegleitenden Evaluierungsphasen (siehe unten) war in erster Linie das Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache des Instituts für deutsche Sprache und Linguistik der Humboldt-Universität zu Berlin zuständig. Die Evaluierung verlief in mehreren Phasen und nutzte in erster Linie Werkzeuge und Module, die in Moodle selbst zur Verfügung stehen.

Die erste Evaluierungsphase, Sommersemester 2006: Evaluiert wurden semesterbegleitend Prätestkurse aus dem laufenden Lehrveranstaltungsangebot von 39 Kursleitern mit ca. 460 Studierenden am Sprachenzentrum und an verschiedenen philologischen Instituten der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Prätestkurse wurden in eigens eingerichteten Moodle-Meta-Kursen verwaltet. Erhoben wurden im Rahmen der Prätestkurse quantitative und qualitative Daten von Lehrenden und Studierenden. Eingesetzt wurden folgende Instrumente und Methoden: kurze „Fragen der Woche“ im Befragungs-Modul; allgemeine und technische Feedback-Foren; umfangreichere Umfragen im Survey- bzw. Feedback-Modul zum Semesterbeginn (Lerner- und Lehrerbiographien, Vorerfahrungen mit computergestütztem Sprachenlernen/ -lehren) und Semesterende (technische und pädagogische Auswertung des Einsatzes von Moodle im jeweiligen Kurs).

Ziel der Prätestkurse war einerseits die Erhebung von Daten über die aktuelle Nutzung von Moodle im Fremdsprachenunterricht durch Lernende und Lehrende der HU als späterer Vergleichspunkt, andererseits das Testen der entwickelten Evaluierungsmaterialien und -methoden auf Verlässlichkeit, Angemessenheit, Aussagekraft etc. Die Auswertung der Ergebnisse hat einerseits zu Anpassungen des weiteren Entwicklungsplans für COVCELL geführt, andererseits werden Wünsche und Anregungen der Kursleiter und Studierenden, die nicht im Rahmen von COVCELL umgesetzt werden können, so weit wie möglich in die interne Weiterentwicklung des HU-Moodle einfließen. Für eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem Sommersemester 2006 vgl. "Vom Schaukasten zum Baukasten" im CMS-Journal 29/ April 2007.

Die zweite Evaluierungsphase, Wintersemester 2006/ 07: Evaluierung von 12 semesterbegleitenden Testkursen mit den in Evaluierungsphase 1 erarbeiteten und aufgrund der Ergebnisse aus den Auswertungen der Daten vom Sommersemester angepassten und überarbeiteten Evaluierungsmaterialien. Die COVCELL-Testkurse wurden von engagierten, Moodle-erfahrenen Kursleitern geleitet. Da in der ersten Evaluierungsphase deutlich geworden war, dass die Kursleiter nicht nur technische sondern auch methodische und inhaltliche Unterstützung bei der Kursgestaltung in Moodle benötigen und wünschen, wurden neben dem umfassenden technischem Support durch das MLZ und Hilfskräfte vor Ort auch inhaltliche Fortbildungen zur "Best Practice" für die Lehrenden angeboten, z.B. zur Online-Moderation von Foren und Chats, zu Audiodateien in Moodle sowie zur Nutzung einzelner Moodle-Module (wie Wikis, Foren, Chat, Workshop, Glossar etc.) in konkreten Lehr- und Lernszenarien. Diese Fortbildungen standen natürlich allen Interessenten offen.
Gezeigt hat sich in diesem Semester noch einmal ganz deutlich, dass

  • Lehrende und Lernende offensichtlich mit sehr unterschiedliche Erwartungen an Moodle herantreten;
  • der Erfolg des Moodle-Einsatzes in erster Linie von grundsätzlichen Konzepten der Lernenden und Lehrenden (generelle Einstellungen zu Gruppenarbeiten und zum Online-Lernen, lehrer- oder lernerzenrierter Unterricht, der Lehrende als Vermittler oder Coach etc.) abhängt;
  • dass Moodle als Lernmanagementsystem gerade auch im Fremdsprachenunterricht eine große Chance, aber auch eine riesige Herausforderung für Lernende und Lehrende ist;
  • dass der Dreh- und Angelpunkt die technische und didaktische Qualifizierung der Lehrenden bleibt ("train the trainer").

Die dritte Evaluierungsphase, Sommersemester 2007: Testkurse zum Einsatz der in Programmierphase 1 und 2 entwickelten neuen Module und Funktionen für Moodle an allen Partneruniversitäten. An der Humboldt-Universität wurden 7 Testkurse (von 5 Kursleitern, 4x Englisch, 1x Spanisch) begleitet und ausgewertet, in denen der Gruppen-Text-Chat, das interaktive Whiteboard, der Audio-Video-Chat und die Audio-Recording-Funktion mit Studierenden getestet wurden.

Die beliebtesten Tools und Aktivitäten in Moodle blieben Foren, Wikis, Glossare, Aufgaben und Tests. Das Feedback zu den neuen COVCELL-Tools, die auf einem Testserver zur Verfügung gestellt wurden, war dennoch (und trotz der technischen Schwierigkeiten) grundsätzlich positiv. Favorit bei den Studierenden war die Audioaufnahmefunktion, gefolgt von Audio-Video-Chat und interaktivem Whiteboard. Favorit bei den Lehrenden war der Audio-Video-Chat, gefolgt von Aufnahmefunktion und Whiteboard.