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Humboldt-Universität zu Berlin - Computer- und Medienservice

Humboldt-Universität zu Berlin | Computer- und Medienservice | Aktuelles und Veranstaltungen | IT-Workshop 2020 – Rückblick und Ausblick auf die digitale HU

IT-Workshop 2020 – Rückblick und Ausblick auf die digitale HU

Am 28. Juli 2020 lud der CMS die IT-Beauftragten ein zum jährlichen IT-Workshop.

Aufgrund der Corona-Situation fand der Termin in diesem Jahr später statt als üblich und wurde als Videokonferenz durchgeführt. Mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich an dem Workshop. Auch inhaltlich stand die Veranstaltung in diesem Jahr unter dem Eindruck von Corona und den Auswirkungen auf die HU.

Uwe Pirr führte in die Veranstaltung ein und stellte die Agenda vor: Explizit sollte nicht nur ein Rückblick auf die besonderen Herausforderungen des „digitalen Sommersemesters“ gegeben werden, sondern auch ein Ausblick und eine Diskussion um zukünftige Angebote für das kommende Wintersemester und darüber hinaus.

Vorlesungsaufzeichnung für Dozierende

Im ersten Beitrag stellte Aline Reinsbach die Möglichkeiten zur Vorlesungsaufzeichnung vor. Der CMS bietet Campuslizenzen an für die Screenrecording-/-capturinglösungen Camtasia und Snagit, mit denen Dozierende Präsentationen in Eigenregie aufzeichnen, vertonen und schneiden können. Der CMS hat zu den Lösungen auch eigene Erklärvideos produziert, die Lizenzen erhalten Dozierende von ihren IT-Beauftragten.

Darüber hinaus ist es Dozierenden möglich, eine klassische Vorlesungssituation im Hörsaal aufzuzeichnen. Der CMS hatte dafür im Sommersemester in der Dorotheenstraße fünf Räume mit mobiler Technik für die Vorlesungsaufzeichnung im leeren Hörsaal ausgestattet.

Im Erwin-Schrödinger-Zentrum sind zwei Hörsäle mit fest installierter Technik ausgestattet und stehen für Vorlesungsaufzeichnung in Selbstbedienung zur Verfügung. Für die Standorte Mitte und Campus Nord plant der CMS derzeit in Zusammenarbeit mit der Technischen Abteilung für das Wintersemester weitere Räume mit Technik dauerhaft einzurichten.

Seit Mitte April wurden allein in der Dorotheenstraße ca. 115 Vorlesungen aufgezeichnet. Der Videoservice des CMS bearbeitet bei Bedarf im Anschluss die Videos und stellt sie via HU-Box den Dozierenden für die Weiterverwertung zur Verfügung. Die Verbreitung geschieht derzeit zumeist in Moodle. Zukünftig soll der Workflow ausgebaut und über Opencast/Opencast Studio  direkt in Moodle integriert werden.

Neu im Angebot des CMS-Videoservice ist der „tele-Task“-Koffer: Eine integrierte, mobile Lösung für einfach zu bedienende Videoaufzeichnungen mit mitgeliefertem Camcorder.

SSL-Verbindung im Home-Office

Daniel Rohde wies noch einmal auf das erweiterte VPN-Angebot hin: Seit Beginn der Corona-Krise und dem damit verbundenen Home-Office waren die bereits zuvor angebotenen OpenVPN-Kapazitäten ständig überlastet. Deshalb führte der CMS SSLVPN ein, um das Angebot zu erweitern. Die eingesetzte Fortinet-Firewall bot das (kostenpflichtige) Feature an und deshalb konnte SSLVPN schnell eingeführt werden, um die Kapazitäten um den Faktor 25 zu erhöhen. Angedacht ist nun, SSLVPN auf eine eigene Appliance auszulagern und unter Umständen sogar OpenVPN perspektivisch abzuschalten.

Neue Lösungen für die digitale Lehre

Der CMS evaluiert zurzeit die Videoproduktions- und Distributionslösung Opencast, die Webinar- und Videokonferenzlösung BigBlueButton und die Chat- und Kollaborationslösung Matrix. Andreas Goroncy berichtete über den Stand der Evaluation und ordnete die Anwendungen in den weiteren Kontext der zukünftigen Lehr- und Lernlandschaft an der HU ein. Nachdem das Sommersemester 2020 vor allem davon geprägt war, den Unibetrieb mit kurzfristig erstellten Lösungen überhaupt zu ermöglichen, geht es nun darum, langfristige Lehr- und Lernszenarien zu identifizieren und die nötigen Tools dafür bereitzustellen. Der CMS betrachtet systematisch, welche Lösungen für welche Szenarien benötigt werden, was bereits angeboten wird und wo sich neue Lösungen ggf. mit bestehenden überlappen.

Moodle wird weiterhin Dreh- und Angelpunkt der digitalen Lehre an der HU sein, so dass die Integration der neuen Lösungen mit Moodle eine wichtige Rolle spielt. Für Matrix bedeutet dies beispielsweise, dass eine Schnittstelle entwickelt werden muss.
Der CMS befindet sich auf einem guten Weg bei der Planung der neuen Angebote, gleichzeitig gibt es noch einige Entwicklungs- und konzeptionelle Arbeit zu leisten, z.B. für Schulungs- oder Sicherheitskonzepte und vor allem die Personalsituation für den Betrieb der geplanten Dienste ist noch offen.

Die Task Force Digitale Lehre

Am 16.3.2020 gründete die Unileitung ad-hoc die Task Force „Digitale Lehre“ aus Beschäftigten von bologna.lab, CMS und International Office, um Lehrende sowie Studierende bei den Herausforderungen des digitalen Sommersemesters zu unterstützen. Die Mitglieder der Task Force haben diese Funktion parallel zu ihren eigentlichen Tätigkeiten übernommen.
Wichtigste Aufgabe, v.a. zu Beginn des Semesters, war die Beratung und Unterstützung bei technischen oder didaktischen Fragen zur digitalen Lehre. Die Task Force entwickelte dazu verschiedene Beratungsangebote über HU-Zoom und Moodle mit insgesamt rund 1.000 Teilnehmern, richtete einen Mailsupport via OTRS ein, der seit dem 20.3. fast 500 Anfragen beantwortet hat. Sie erstellte FAQs aus dem Input von Dozenten und Studierenden und formulierte insgesamt vier Handreichungen zum Umgang mit Videoaufzeichnungen in der Lehre, dem Umgang mit Datenschutz in HU-Zoom, zu Abstimmungen via HU-Zoom sowie zum Urheberrecht. Weitere Handreichungen sind in Planung, z.B. zu Prüfungen.

In einem regelmäßigen Jour Fixe mit den Digitalen Koordinator*innen tauscht sich die Task Force aus zu Fragen der digitalen Lehre mit Vertretern aus Fakultäten, Zentraleinrichtungen und Fachschaftsvertretung.

Im Laufe des Semesters entwickelten sich aus der Arbeit konzeptionelle Überlegungen für die Unterstützung bei der Entwicklung gesamt-universitärer Lösungen. Die Evaluation des digitalen Sommersemesters bietet Ansätze für die Vorbereitung auf das Wintersemester 2020/21 und darüber hinaus.

Kreative Lösungen in der Dezentralen

Im Sommersemester war Kreativität gefragt, um sich der plötzlichen Herausforderung eines Online-Semesters zu stellen. Die IT-Beauftragten der HU entwickelten eigene, dezentrale Ansätze für die neue Situation. Das Institut für Europäische Ethnologie führte beispielsweise zu Beginn des Sommersemesters Mumble ein als Werkzeug für die Kommunikation innerhalb des Instituts. Der IT-Beauftragte Timo Schmidt stellte die Lösung vor: Mumble ist eine Open Source VoIP Applikation, die ursprünglich aus dem Gaming-Bereich stammt. Installation und Betrieb sind mit relativ geringem Aufwand möglich. Mumble bietet persistente, virtuelle Räume, die das Institut nutzte, um sein Gebäude virtuell abzubilden, inklusive der realen Raumnummern. Büros, Flure und Räume für Lehrveranstaltungen stehen virtuell jederzeit zur Verfügung für Treffen und Besprechungen. „Komm in mein virtuelles Büro“ war dann auch die häufigste Nutzung. Funktional diente Mumble primär als Hub für Lehrveranstaltungen und Absprungpunkt in Anwendungen wie HU-Zoom oder Moodle, in denen die Veranstaltungen durchgeführt wurden.

„Winter is coming“ – Diskussionsrunde zum kommenden Wintersemester 20/21

In der abschließenden Diskussionsrunde kam u.a. die Frage auf, wie Studierenden in Moodle eine Matrikelnummer zugewiesen werden könne, was Prüfungen organisatorisch erleichtern würde. Aus Datenschutzgründen ist dies nicht allgemein umsetzbar, allerdings empfahl Andreas Vollmer aus dem Moodle-Team, in Moodle-Prüfungen ein (freiwilliges) Freifeld für Matrikelnummern anzulegen.

Viel Arbeit hatten IT-Beauftragte zu Beginn des Sommersemesters damit, Beschäftigten die Arbeit im Home-Office zu ermöglichen, angefangen bei der fehlenden technischen Ausstattung zuhause bis zu Fragen des Supports via Fernwartung. Daraus entstand die Anregung, dass der CMS eine Fernwartungslösung wie AnyDesk als neues Angebot einführen könnte.

Auch die Kommunikation zwischen Clustern, z.B. mit FU oder TU, gestaltet sich im reinen Onlinebetrieb schwierig, da es an gemeinsamen, übergreifenden Lösungen für Kalender, Dateiaustausch oder Intranet fehlt. Daniel Rohde vom CMS verweis auf das neu eingeführte Openproject, das viele der nötigen Funktionalitäten abbildet und für HU-Externe offen ist.